5 Fragen, 5 Antworten zum Impfstoff gegen Corona

5 Fragen, 5 Antworten zum Impfstoff gegen Corona

Corona, sagen nicht nur die Fachleute, ist ein Jahrhundertereignis und zwar ein schlimmes. Umso besser, dass Corona auch einen Jahrhunderterfolg mit sich bringt: Nie zuvor haben auf der ganzen Welt so viele Wissenschaftler so konzentriert zusammengearbeitet. Keine zwölf Monate hat es gedauert, bis ein Impfstoff entwickelt wurde. Einer davon wird schon nach Weihnachten auch in Deutschland verfügbar sein und viele stellen sich jetzt die Frage: „Soll ich mich möglichst bald gegen das Virus impfen lassen?“

Nach wie vor gilt: Sich impfen zu lassen, ist freiwillig. Deshalb ist es umso wichtiger, möglichst viele Informationen über die Impfung zu erhalten und Transparenz herzustellen, soweit es nur geht.


5 Fragen zum Corona-Impfstoff

1. Wie konnte dieser Impfstoff in so kurzer Zeit entwickelt werden?

Durch die Corona-Pandemie entstand eine Ausnahmesituation: Geld spielte bei der Entwicklung des Impfstoffs keine Rolle. Heutzutage stehen auch sehr gute Technologien zur Verfügung, die eine schnellere Herstellung und Entwicklung eines Impfstoffs ermöglichen. Es gab 40.000 Studienteilnehmer und viele Fälle, die für die Phase-3-Studien zur Verfügung standen. Das ist wichtig, um statistisch aussagekräftig festzustellen, ob der Impfstoff wirkt.

2. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat am 21.12.2020 einen sogenannten mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Was ist ein mRNA-Impfstoff?

Ein sogenannter Messenger-RNA-Impfstoff oder Boten-RNA-Impfstoff enthält einen Teil des genetischen Bauplans des Virus. In diesem Fall transportiert der Impfstoff Informationen über die sogenannten Stacheln des Virus, mit denen er sich an eine menschliche Zelle andockt. Der Impfstoff dringt in die äußere Hülle der Zelle ein. Die Zelle stellt dort auf Basis des Bauplans die Stacheln selbst her. Das Immunsystem reagiert in einem nächsten Schritt auf diese Stacheln und entwickelt Antikörper gegen sie. Wenn nun das Virus in den Körper eindringt, erkennt die Körperabwehr es anhand der Stachel und setzt die entsprechende Immunantwort ein.

3. Kann ein mRNA-Impfstoff in das körpereigene menschliche Erbgut (DNA) eindringen und es verändern?

Die DNA liegt ebenso wie das menschliche Erbgut geschützt im Zellkern. Weder Impfstoff noch das Virus kommen mit der menschlichen DNA in Berührung. Sowohl das Virus als auch die Impfung spielen sich im Plasma der Zelle ab. Messenger RNA sind bereits im Körper von Natur aus vorhanden. Das Virus selbst nutzt Messenger RNA und übernimmt die Kontrolle über die Zellen. Der Impfstoff nutzt diesen natürlichen Prozess. Der Körper baut die Messenger RNA nach ein paar Tagen wieder ab.

4. Wie wirksam schützt der Impfstoff vor Covid-19?

Nach bisherigen Erkenntnissen schützt der Impfstoff von Biontech und Pfizer zu 95 % vor einer Covid-Erkrankung, und das unabhängig von Alter und Geschlecht. Die Daten weisen darauf hin, dass die Impfung vor einem schweren Verlauf von Covid-19 schützen kann.

5. Wir bekämpfen ein neues Virus mit einem neuen Verfahren. Was kann da noch passieren?

Seit rund 25 Jahren forschen Wissenschaftler an Impfstoffen auf mRNA-Basis. Wichtig sind im Moment Fragen wie: Wie lange wirkt die Impfung? Wie schützt uns die Immunität vor Infektionen und vor Erkrankungen? Es ist davon auszugehen, dass eine Immunität länger erhalten bleibt und nicht jedes Jahr erneuert werden muss. Die Fachleute beobachten den Prozess allerdings dann auch über Jahre und beurteilen anschließend die Effizienz des Impfstoffs neu.