Die Corona-Mutationen verbreiten sich wie die damit zusammenhängende Angst.

Die Corona-Mutationen verbreiten sich wie die damit zusammenhängende Angst.

Gemeinsam mit dem BZH erläutern wir die Fakten und erklären, wie Sie sich am besten verhalten.

Als wäre Corona nicht genug, erfahren wir auch immer mehr über Mutationen. Wie schützen wir uns vor ihnen und was hilft? Und überhaupt: Welche Mutationen sind bislang bekannt?

Dr. Joachim Großmann (Bild rechts) vom Deutschen Beratungszentrum für Hygiene (BZH) schafft Klarheit: „Derzeit wurden drei mutierte Stämme von SARS-CoV-2 identifiziert:

  • die Variante B.1.1.7 (wurde erstmals in Großbritannien entdeckt)
  • die südafrikanische Variante B.1.351
  • die brasilianische Variante B.1.1.28 P.1 (wurde erstmals im Staat Amazonas nachgewiesen)
     

Die britische Variante soll im Vergleich zum Wildtyp des Coronavirus leichter übertragbar sein, über die beiden anderen Varianten wird dies ebenfalls diskutiert. Inwieweit die entwickelten Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 auch gegen die mutierten Varianten wirksam sind, wird aktuell von den Herstellern intensiv untersucht. Der Impfstoff von Biontech soll laut Hersteller auch gegen die britische und südafrikanische Variante schützen. Ob das auch  bei der Mutation der brasilianischen Variante zutrifft, wird weiter geprüft. Nach ersten Meldungen scheint auch der Impfstoff der Firma Moderna gegen den britischen und südafrikanischen Stamm zu wirken.

Beim Impfstoff von AstraZ​eneca fehlen noch Forschungsergebnisse

Ob der Impfstoff von AstraZeneca in der Lage ist, schwere COVID-Verläufe zu verhindern oder ob er gegen die Mutanten schützt, kann aufgrund fehlender Daten noch nicht beurteilt werden. Es bleibt zu hoffen, dass über die Wirksamkeit der verschiedenen Impfseren bei den mutierten Stämmen bald mehr Forschungsergebnisse veröffentlicht werden. Mittlerweile gehen die Hersteller davon aus, dass wahrscheinlich die Impfstoffe an die neuen Mutationen angepasst werden müssen."

Bis sich alle impfen lassen können und genügend Impfdosen vorhanden sind, gibt es nur eine Möglichkeit, wie wir uns effektiv gegen das Virus und seine Mutationen schützen können. Dr. Philipp Hüllemann (Bild rechts), Privat-Dozent und Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation im Klinikum Soltau, erklärt: „Es ist nun umso wichtiger, dass wir alle an einem Strang ziehen und Situationen vermeiden, in welchen wir den Sicherheitsabstand nicht einhalten können.
Vermeiden Sie daher bitte enge Aufenthaltsräume, Fahrgemeinschaften, gemeinschaftliche Raucherpausen etc. Außerdem kann das konsequente Tragen von FFP2-Masken von Patientinnen und Patienten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, soweit medizinisch vertretbar, das Ansteckungsrisiko erheblich vermindern. Wenn wir die Hygieneregeln so strikt einhalten, als hätten wir es mit einer neuen Pandemie mit hochansteckenden Viren zu tun, haben wir die größten Chancen, genau eine solche neue Pandemie zu vermeiden.