Aktivierende therapeutische Pflege ist mehr als „nur“ Pflege

Aktivierende therapeutische Pflege ist mehr als „nur“ Pflege

Bei der aktivierenden therapeutischen Pflege kommt es auf die Beziehungsebene und Handlungskompetenzen an.

Um Patient*innen zu helfen, ihr Leben wieder weitestgehend selbstständig zu führen, braucht es mehr als die normale professionelle Pflege. Es braucht die aktivierende therapeutische Pflege. Sie hilft den Pflegebedürftigen, ihre vorhandenen Fähigkeiten zur Selbstversorgung zu erhalten und die verloren gegangen zu reaktivieren. Dabei werden Alltagskompetenzen, unter Ausschöpfung aller noch vorhandenen Ressourcen, Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert.

Das Ziel der aktivierenden therapeutischen Pflege ist es, die Selbstständigkeit im Alltag aufzubauen oder möglichst zu erhalten, z. B. bei der Körperpflege, Ernährung und Mobilität und die kognitiven sowie die sensomotorischen Kompetenz zu fördern.

Die aktivierende therapeutische Pflege umfasst die Beziehungsebene und bestimmte Handlungskompetenzen unter folgenden Aspekten:

  • Die Einschätzung der Selbstpflegefähigkeit und des Selbstpflegebedarfs
  • Die Anleitung, Beratung, Begleitung und Unterstützung bei der Bewältigung aller Alltagsaktivitäten unter Berücksichtigung der Ziele des zu pflegenden Menschen
  • Die Anpassung an die jeweils aktuelle Situation
  • Die Stärkung der Motivation zur Eigenaktivität und Autonomie
  • Die Gestaltung von Bewegungsübergängen und Positionen, so dass für den zu pflegenden Menschen Bewegung erfahrbar wird
  • Die Vertiefung und Festigung von Handlungsabläufen durch Wiederholungen im Rahmen von Alltagssituationen
  • Die individuelle Begleitung und Förderung zur Eigenverantwortung

In der Klinik am Brunnenberg erklärte Bobath-Praxisbegleiterin Marija Laufer in einem Seminar, wie diese Punkte umzusetzen sind. Die Schulung gliederte sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil:

  • Planung und Durchführung von aktivierender therapeutischer Pflege
  • Aspekte der Beziehungsarbeit
  • Bewegung: Positionswechsel/Positionierung, Transfer/Aufstehen/Stehen/Gehen
  • Selbstversorgung: Körperpflege/Kleiden, Nahrungsaufnahme/Flüssigkeitsaufnahme mit und ohne Kau-und Schluckstörungen, Ausscheidungen

Die Kolleginnen der Phase B konnten viele praktische Übungen durchführen. Hierbei haben sie sich selbst gelagert, den Transfer durchführen lassen und beim Kleiden und der Nahrungsaufnahme Unterstützung erhalten. So erlebten die Mitarbeiterinnen, wie sich die Patient*innen bei ihrer täglichen Pflege fühlen und lernten, wie sie mit gezielten Handgriffen bei der Lagerung und beim Transfer von Patient*innen sicher, schonend und mit weniger körperlichem Aufwand agieren.